Sicherheitspaket: Regierung missachtet demokratische Grundsätze

Über eine Fraktionsinitiative wollen die Ampelfraktionen Verschärfungen des Waffenrechts durchsetzen – vorbei an Betroffenen und Bundesländern. DJV protestiert gegen Vorgehen und fordert runden Tisch für Kampf gegen illegale Waffen und Extremismus.

Über eine sogenannte Fraktionsinitiative wollen die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP das handwerklich schlecht gemachte Sicherheitspaket schnell durch das Parlament peitschen und missachten elementare demokratische Grundsätze: Weder betroffene Verbände noch die Bundesländer, die die Maßnahmen schließlich umsetzen müssen, sollen die Möglichkeit zur Stellungnahme und sachlicher Diskussion bekommen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) protestiert scharf gegen diese Vorgehensweise und fordert die sofortige Zurücknahme der geplanten Waffenrechtsverschärfung im Sicherheitspaket, da sie islamistischen Terror und Messerkriminalität nicht im Ansatz verhindern wird. Vielmehr enthält das Paket erneut grundlose Verschärfungen für rechtstreue Bürger und belastet bereits überforderte Behörden weiter. „Die Ampelfraktionen müssen nun zeigen, was ihnen demokratische Grundsätze noch wert sind. Das in aller Eile im stillen Kämmerlein zusammengezimmerte Sicherheitspaket geht an der Realität komplett vorbei. Das Problem ist nicht das Messer, sondern wer es in Händen hält“, sagte DJV-Geschäftsführer Olaf Niestroj.

Gerade die FDP müsse sich an ihren Aussagen messen lassen, keiner reinen Symbolpolitik zuzustimmen, so Niestroj weiter. Es brauche kein noch schärferes Waffenrecht, sondern eine Lösung für das bestehende Vollzugsproblem. Es brauche besser ausgestattete Behörden, die überhaupt in der Lage seien, die Einhaltung bestehender Regeln zu kontrollieren. Die Terrortat von München hat laut DJV zudem gezeigt, dass innerhalb Europas die Zusammenarbeit von Behörden nicht funktioniert und sicherheitsrelevante Informationen nicht ausgetauscht werden.

Der DJV fordert die Ampelfraktionen und die Bundesregierung erneut auf, endlich einen runden Tisch mit betroffenen Verbänden und Vollzugsbehörden des Waffenrechts in den Ländern und Kommunen einzuberufen. Bereits seit Jahren verweigert Bundesinnenministerin Nancy Faeser beharrlich einen ernstgemeinten Dialog. Den braucht es jedoch mit allen Betroffenen, um tragfähige Lösungen für die Bekämpfung illegaler Waffen und Extremismus zu finden. Zudem braucht es laut DJV eine ernstgemeinte Evaluierung der Auswirkungen zurückliegender Waffenrechtsänderungen, die im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist. Denn illegale Waffen sind das Problem für die innere Sicherheit – nicht legale Waffen.

 

Der Beitrag Sicherheitspaket: Regierung missachtet demokratische Grundsätze erschien zuerst auf Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V..

Weitere Beiträge

Aus dem Landesverband

Jugendarbeit: Jetzt bewerben für den Hubertus-Cup 2026

Ausschreibung für die Teilnahme am „Hubertus Cup 2026“ für die Prämierung erfolgreicher Jugendarbeit im Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. Junge Menschen für Natur, Wild und Verantwortung zu begeistern, ist eine der wichtigsten Aufgaben der Jägferschaft. In vielen Revieren engagieren sich Jägerinnen und Jäger mit großem persönlichen Einsatz, um Kindern und Jugendlichen praktische Naturerlebnisse zu ermöglichen und ihnen Wissen über ökologische Zusammenhänge, Artenvielfalt und eine nachhaltige Jagd zu vermitteln. Dieses oft im Stillen geleistete Engagement soll sichtbar gemacht und gewürdigt werden. Mit

Weiterlesen »
Aus dem Landesverband

Aujeszkysche Krankheit: Akute Fälle im Norden – was Jäger jetzt wissen müssen

In Mecklenburg-Vorpommern sind Ende November im Landkreis Ludwigslust-Parchim zwei Jagdhunde nach Kontakt mit Schwarzwild an der Aujeszkyschen Krankheit („Pseudowut“) verendet. Zeitgleich wurde im niedersächsischen Landkreis Harburg – direkt an der Hamburger Landesgrenze – erstmals das Virus bei einem Wildschwein nachgewiesen. Diese aktuellen Fälle zeigen: Die Tierseuche rückt für Jägerinnen und Jäger in Norddeutschland spürbar näher. Die Aujeszkysche Krankheit ist eine Virusinfektion der Schweine; Deutschland gilt im Hausschweinebestand als frei, bei Wildschweinen kommt das Virus aber weiterhin in mehreren Bundesländern vor.

Weiterlesen »
Aus dem Landesverband

Internationaler Tag des Ehrenamtes – 5. Dezember 2025

Ein herzliches Dankeschön an alle unsere ehrenamtlichen Unterstützer Der 5. Dezember steht weltweit im Zeichen des Ehrenamtes. Für den Landesjagdverband Schleswig-Holstein ist dieser Tag ein besonderer Anlass, um all jenen Menschen Wertschätzung entgegenzubringen, ohne deren Engagement unsere Arbeit nicht denkbar wäre. Tausende Jägerinnen und Jäger engagieren sich bei uns ehrenamtlich in den Kreisjägerschaften, Hegeringen und Facharbeitskreisen – und tun dies mit einer Hingabe, die weit über das hinausgeht, was selbstverständlich wäre. Sie bilden aus, organisieren Veranstaltungen, leiten Projekte, pflegen Lebensräume,

Weiterlesen »