Zum Bau der geplanten A20: Landesjagdverband Schleswig-Holstein gibt Stellungnahme ab

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V. hat als anerkannter Naturschutzverband eine Stellungnahme zum Bau der geplanten A20 abgegeben. Der Verband setzt sich dabei mit Nachdruck für den Schutz der bestehenden Wildtierwanderkorridore ein und macht deutlich, dass die Belange der wildlebenden Tiere bei der weiteren Planung stärker berücksichtigt werden müssen.

In einer stark auf Verkehr und Infrastruktur ausgerichteten Kulturlandschaft geraten die Lebensräume heimischer Wildtiere zunehmend unter Druck. Werden Wanderwege durch Straßenbau durchschnitten, gehen nicht nur wertvolle Lebensräume verloren. Auch der genetische Austausch zwischen Populationen wird erschwert oder ganz unterbunden. Genau dies droht im Bereich des geplanten A20-Abschnitts zwischen der A7 und der B 206 westlich Wittenborn. Dort würden drei bedeutende Wildtierkorridore beeinträchtigt, die für das Land sowie darüber hinaus eine wichtige Funktion erfüllen. Schleswig-Holstein nimmt als Durchzugsraum für Wildtiere aus dem nördlichen Europa eine besondere Rolle ein.

Bereits heute stehen die Rotwildbestände im Land auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Eine weitere Zerschneidung ihrer Lebensräume würde Populationen zusätzlich voneinander trennen ebenso wie Bestände des Damwildes und diese langfristig schwächen. Aus Sicht des Landesjagdverbandes reichen die bislang vorgesehenen Maßnahmen nicht aus. Für die Strecke ist lediglich eine geeignete Querungshilfe geplant, obwohl fachlich deutlich mehr Übergänge erforderlich wären. Auch in den benachbarten Bauabschnitten sind nur sehr wenige Querungsmöglichkeiten vorgesehen, sodass auf einer langen Strecke kaum sichere Wechsel für große Säugetiere zur Verfügung stünden.

Die Jägerschaft weist seit Jahren auf die Folgen solcher Entwicklungen hin. Als Anwalt des Wildes fordert der Landesjagdverband deshalb zusätzliche Querungshilfen, die sich insbesondere an den Bedürfnissen des Rothirsches orientieren. Zugleich bietet der Verband an, seine praktische Erfahrung in die konkrete Ausgestaltung geeigneter Lösungen einzubringen.

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