Rehe haben keine Uhr: Zeitumstellung erhöht Wildunfallrisiko

24. März 2026 (DJV) Berlin. Achtung auf deutschen Straßen: Im Frühjahr gibt es besonders viele Wildunfälle. Am häufigsten kracht es mit Rehen. Nicht nur die Zeitumstellung erhöht das Unfallrisiko.

Autofahrerinnen und -fahrer sollten jetzt besonders aufmerksam unterwegs sein: In den Monaten April und Mai passieren die meisten Wildunfälle mit Rehen. Am kritischsten ist der Zeitraum der Morgendämmerung. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet daher in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht auf den Straßen, speziell in Waldgebieten und entlang von Wald-Feld-Kanten. Angepasste Geschwindigkeit kann dabei Leben retten: Bei Tempo 80 statt 100 verkürzt sich der Bremsweg bereits um 25 Meter.

Hauptverkehrszeit, Hunger und Hormone: Warum Rehe jetzt häufig unter die Räder kommen

Grundlage für die Wildunfallstatistik sind Daten aus dem Tierfund-Kataster (tierfund-kataster.de). Die zeigen: Besonders oft kommen Rehböcke im Frühjahr unter die Räder. Jede dritte gemeldete Kollision findet im April oder Mai statt. Ein Grund dafür ist menschengemacht: die Zeitumstellung. Der Berufsverkehr fällt am letzten Sonntag im März von einem Tag auf den anderen wieder in die Dämmerung  die Zeit, in der viele Wildtiere besonders aktiv sind. Vor allem Pflanzenfresser wie das Reh queren jetzt häufig Straßen. Nach den kargen Wintermonaten sind sie auf der Suche nach frischem Grün. Bei den Rehböcken spielen zudem die Hormone verrückt: Im Frühjahr verteidigen sie ihr Revier gegen Kontrahenten. Geschlechtsreife einjährige Böcke werden vertrieben und müssen sich eine neue Bleibe suchen.

Tierfunde einfach per App melden

Das Tierfund-Kataster ermöglicht in Deutschland erstmals die standortgenaue und bundesweite Meldung von Wildunfällen und anderen Totfunden. Über 35.000 Nutzer haben bis jetzt knapp 190.000 Tierfunde eingetragen. Die App ermöglicht eine unkomplizierte Dateneingabe von unterwegs. Sie ist kostenlos und für iPhone oder Android erhältlich. Wissenschaftler werten die gesammelten Daten aus. Das Ziel: Unfallschwerpunkte erkennen und entschärfen zum Wohl von Mensch und Tier. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel haben das Tierfund-Kataster 2011 ins Leben gerufen. Ende 2016 hat der DJV das Projekt auf ganz Deutschland ausgeweitet.

Daten zeigen Unfallschwerpunkte

Die Ergebnisse machen deutlich, wo sich Unfallschwerpunkte häufen – und ermöglichen gezielte Gegenmaßnahmen. Ein Beispiel ist die B199 nördlich von Kappeln: Auf Basis der im Tierfund-Kataster erfassten Wildunfälle wurde dort 2023 das Verkehrszeichen „Wildwechsel“ aufgestellt und die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h reduziert. Nach demselben Muster folgten 2024 vergleichbare Schritte auf der B202 bei Oldenburg in Holstein.

Der Beitrag Rehe haben keine Uhr: Zeitumstellung erhöht Wildunfallrisiko erschien zuerst auf Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V..

Weitere Beiträge

Aus dem Landesverband

Wilde Tage Schleswig-Holstein: Jagd und Natur im September erleben

  Im September laden der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) und die Kreisjägerschaften in Schleswig-Holstein zu den „Wilden Tagen“ ein. An verschiedenen Orten im Land informieren Jägerinnen und Jäger über heimische Wildtiere, Jagd und Natur. In diesem Jahr steht besonders das Rehwild im Mittelpunkt. Der LJV lädt Familien und Interessierte ein, die Veranstaltungen zu besuchen und mit der Jägerschaft vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Die Wilden Tage bieten die Gelegenheit, Rehwild und andere heimische Arten besser kennenzulernen und direkt

Weiterlesen »
Aus dem Landesverband

Rothirsch-Wanderung in Schleswig-Holstein: Der „Bargfelder“ ist wieder unterwegs

Der besenderte Rothirsch „Bargfelder“ ist erneut unterwegs in Richtung Segeberger Heide. In den vergangenen Jahren war der zwölfjährige Hirsch regelmäßig vom nördlichen Hamburger Stadtrand zur Brunft in die Segeberger Heide und anschließend wieder zurückgewandert. Jetzt bestätigt sich dieses Wanderverhalten erneut. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) bittet, den Hirsch weiterhin unbedingt zu schonen. Karte mit Hin- und Rückweg des Bargfelders vom Duvenstedter Book in die Segeberger Heide Folgt der Bargfelder seinem bisherigen Muster, dürfte er innerhalb der kommenden Tage weiter

Weiterlesen »
Aus dem Landesverband

Hälfte des Spendenziels erreicht: Aktion zur Rehkitzrettung auf der Zielgeraden

Flintbek, 18. August 2026 – Die Spendenkampagne „Kitztasche 2027 – Gemeinsam Leben retten“ hat einen wichtigen Zwischenstand erreicht: Die Hälfte des angestrebten Spendenziels ist finanziert. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) dankt allen Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen, die die ehrenamtliche Rehkitzrettung bislang unterstützt haben. Mit den Spenden sollen zusätzliche Kitztaschen für Rettungsteams in Schleswig-Holstein angeschafft werden. „Dass wir bereits die Hälfte unseres Ziels erreicht haben, zeigt, wie groß die Unterstützung für die praktische Rehkitzrettung ist. Dafür danken wir allen

Weiterlesen »