Aujeszkysche Krankheit: Akute Fälle im Norden – was Jäger jetzt wissen müssen

In Mecklenburg-Vorpommern sind Ende November im Landkreis Ludwigslust-Parchim zwei Jagdhunde nach Kontakt mit Schwarzwild an der Aujeszkyschen Krankheit („Pseudowut“) verendet. Zeitgleich wurde im niedersächsischen Landkreis Harburg – direkt an der Hamburger Landesgrenze – erstmals das Virus bei einem Wildschwein nachgewiesen. Diese aktuellen Fälle zeigen: Die Tierseuche rückt für Jägerinnen und Jäger in Norddeutschland spürbar näher.

Die Aujeszkysche Krankheit ist eine Virusinfektion der Schweine; Deutschland gilt im Hausschweinebestand als frei, bei Wildschweinen kommt das Virus aber weiterhin in mehreren Bundesländern vor. Für Menschen ist das Virus ungefährlich, für Hunde und Katzen verläuft eine Infektion dagegen immer tödlich – es gibt weder Impfung noch Therapie. Alle Nordländer (Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern) überwachen ihre Schwarzwildbestände im Rahmen eines Tierseuchen-Monitorings; bei Hausschweinen ist AK anzeigepflichtig, Verdachtsfälle müssen unverzüglich den Veterinärbehörden gemeldet werden. In Schleswig-Holstein wurden in der Vergangenheit Einzelfälle bei Wildschweinen beschrieben; aktuell sind aber vor allem die Nachbarregionen betroffen.

Für unsere Mitglieder bedeutet das:

  • Jagdhunde konsequent schützen – kein unkontrolliertes Arbeiten am Schwarzwild, insbesondere nicht an krank wirkenden Stücken oder Aufbruchstellen.

  • Kein rohes Schweinefleisch oder -innereien (Wild- wie Hausschwein) an Hunde verfüttern – auch keine Rohwürste oder kaltgeräucherten Schinken.

  • Kontakt zu Blut und Schusswunden minimieren, Hunde bei Drück- und Bewegungsjagden möglichst früh aus dem unmittelbaren Bereich der Strecke nehmen.

  • Besondere Vorsicht bei eigenen Schweinehaltungen: Jagdkleidung, Stiefel und Hunde haben im Schweinestall nichts zu suchen.

  • Verdachtsfälle ernst nehmen: Zeigt ein Hund nach Schwarzwildkontakt starken Juckreiz, Unruhe, Wesensänderungen oder neurologische Symptome, ist sofort tierärztliche Hilfe zu suchen und der Jagdkontakt zu melden.

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein steht mit den Veterinärbehörden im Austausch und empfiehlt, Probenangebote im Rahmen des Schwarzwild-Monitorings konsequent zu nutzen. So tragen wir gemeinsam dazu bei, unsere Jagdhunde bestmöglich zu schützen und den Status der Hausschweinebestände zu sichern.

FAQ des FLI

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