Rothirsch-Wanderung in Schleswig-Holstein: Der „Bargfelder“ ist wieder unterwegs

Der besenderte Rothirsch „Bargfelder“ ist erneut unterwegs in Richtung Segeberger Heide. In den vergangenen Jahren war der zwölfjährige Hirsch regelmäßig vom nördlichen Hamburger Stadtrand zur Brunft in die Segeberger Heide und anschließend wieder zurückgewandert. Jetzt bestätigt sich dieses Wanderverhalten erneut. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) bittet, den Hirsch weiterhin unbedingt zu schonen.

Karte mit Hin- und Rückweg des Bargfelders vom Duvenstedter Book in die Segeberger Heide

Folgt der Bargfelder seinem bisherigen Muster, dürfte er innerhalb der kommenden Tage weiter in Richtung Segeberger Heide ziehen und dabei mehrere Jagdreviere durchqueren. Der LJV bittet deshalb darum, auch Mitjäger und insbesondere neue Jäger über den bekannten Hirsch zu informieren. Trotz GPS-Ortung sind Sichtmeldungen und Fotos weiterhin wertvoll und können an gemeldet werden. Am besten direkt unter f.zabel@ljv-sh.de

Der „Bargfelder“ wurde am 3. Juli 2024 von einem Team aus Landesjagdverband, Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und Stiftung Naturschutz mit einem GPS-Sendehalsband ausgestattet. Er trägt ein blaues Halsband und eine gelbe Ohrmarke. Zusätzlich ist er an einer kahlen Stelle

an der rechten Schulter gut zu erkennen. Der Hirsch ist nach den vorliegenden Beobachtungen in guter Verfassung.

Ziel der Besenderung ist es, die Wanderbewegungen zwischen dem Raum Bargteheide und Duvenstedter Brook sowie der Segeberger Heide möglichst genau zu dokumentieren. Damit lässt sich nachvollziehen, welche Wege der Hirsch tatsächlich nutzt. Diese Daten können helfen, wichtige Wildtierkorridore bei Planungen besser zu berücksichtigen und ihre weitere Zerschneidung durch Straßen, Siedlungen oder andere Infrastruktur zu vermeiden.

Für das Rotwild in Schleswig-Holstein ist dieser Austausch von besonderer Bedeutung. Mehrere genetische Untersuchungen weisen darauf hin, dass einzelne Rotwildvorkommen im Land nur eingeschränkt miteinander verbunden sind. Wandernde Hirsche können Gene zwischen solchen Teilpopulationen austauschen. Funktionierende Korridore zwischen den Lebensräumen sind deshalb eine wesentliche Voraussetzung, um die genetische Vielfalt langfristig zu erhalten.

Der Rothirsch steht dabei beispielhaft für viele Wildtierarten, die auf durchlässige Landschaften angewiesen sind. Die Wanderung des Bargfelders zeigt konkret, wo solche Verbindungen noch funktionieren. Wildtierkorridore müssen deshalb nicht nur auf Karten bestehen, sondern für Wildtiere tatsächlich nutzbar bleiben.

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