Stellungnahme zu Netzausbau: LJV fordert frühe Rücksicht auf Wildtierkorridore

LJV fordert Naturschutzbelange in neuer ISG-Methodik verbindlich zu verankern

Im Rahmen der laufenden Konsultation der Bundesnetzagentur hat der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) eine ausführliche Stellungnahme zum Entwurf der Methode zur Ausweisung von Infrastrukturgebieten eingebracht. Der Verband unterstützt das Ziel, den Stromnetzausbau planbarer und konfliktärmer zu machen. Aus Sicht des LJV kann das aber nur gelingen, wenn Naturschutz- und Biodiversitätsbelange von Beginn an systematisch, transparent und fachlich belastbar berücksichtigt werden. Die Stellungnahme hebt insbesondere die Bedeutung der Lebensraumvernetzung und die Berücksichtigung vorhandener Datengrundlagen hervor.

„Wer Netzausbau beschleunigen will, muss sensible Räume früh erkennen und Barrieren für Wildtiere von vornherein mitdenken“, sagt LJV-Geschäftsführer Marcus Börner.

Ein Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Lebensraumvernetzung. Nach Auffassung des LJV müssen Wanderkorridore, Wildwege und bekannte Konfliktschwerpunkte ausdrücklich als eigenständiger Prüfbelang in die Methodik aufgenommen werden. Gerade bodengebundene Wildtiere reagieren empfindlich auf Zerschneidungseffekte. Werden solche Funktionen in einer frühen Planungsphase nicht ausreichend erfasst, steigen Konflikte und spätere Korrekturbedarfe.

Der Verband verweist dazu auf bereits vorhandene und öffentlich zugängliche Datengrundlagen. Dazu zählen unter anderem der politisch beschlossene Wildwegeplan für Schleswig-Holstein, das Wildtier-Kataster, Daten zu Wildunfällen und Tierfunden sowie weitere Hinweise auf Wanderachsen und Barrierewirkungen. Solche Informationen können helfen, sensible Bereiche frühzeitig zu identifizieren und Planungsfehler zu vermeiden. Darüber hinaus spricht sich der LJV für eine breitere Berücksichtigung der Biodiversität, für transparente Kriterien und für ein verbindliches Monitoring möglicher Auswirkungen aus.

Der LJV unterstützt den notwendigen Netzausbau für die Energiewende. Er erwartet zugleich, dass dieser naturverträglich, nachvollziehbar und mit Blick auf langfristige Auswirkungen geplant wird. Gute Planung beginnt nicht erst im Detailverfahren, sondern bei der Frage, welche Räume überhaupt in Betracht kommen.

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