Landtag: Landesjagdverband begrüßt die Initiative zum „Umweltfreundlichen Ausbau frei­flächiger Solaranlagen“

Am 26. März fand eine Debatte zu Freiflächen-Solaranlagen und Agri-Solaranlagen im Schleswig-Holsteinischen Landtag statt. Auf Antrag der Fraktionen von CDU und Grünen wurde das Thema „Umweltfreundlicher Ausbau frei­flächiger Solaranlagen“ auf die Tagesordnung gesetzt. Einhellig war die Meinung bei den Fraktionen zum Erhalt der Wildwander-Korridore. Das Land möchte sich für die Aufhebung der Privilegierung der Vorrangflächen für Freiflächen- Solaranlagen an Querungshilfen wie Grünbrücken einsetzen, bekräftigte auch Umweltminister Goldschmidt in seinen Ausführungen. Im Anschluss an die Debatte wurde in der Sache abgestimmt und der Antrag der Regierungsfraktionen angenommen.

Die Koalitionsfraktionen forderten in dem Antrag die Landesregierung auf, „die Durchlässigkeit von Freiflächen-PV-Anlagen und Agri-PV-Anlagen für Wildwanderrouten sicherzustellen und diese bei der Erstellung des Wildwegeplans zu berücksichtigen“. Die Landesregierung solle sich zudem auf Bundesebene dafür einsetzen, „dass die Privilegierung von Freiflächen-Photovoltaik an Straßen und Bahntrassen in den Zugängen zu Wildquerungen ausgesetzt wird, um der Lebensraumzerschneidung entgegenzuwirken“. Des Weiteren sollten „Best-Practice-Beispiele für biodiversitätsfördernde Freiflächen-Solar- und Agri-, sowie Moor-Solaranlagen, die sowohl ökologische als auch ökonomische Potenziale aufzeigen“, identifiziert und öffentlich dargestellt werden.

Hintergrund: Autobahnen, Siedlungen und Bahnlinien sind für Wildtiere unüberwindbare Hindernisse. Die Folgen für das heimische Rotwild sind drastisch, denn die Zerschneidung der Landschaft führt zur Verinselung der Teilpopulationen und Inzucht. Die Rotwild-Populationen können sich nicht mehr genetisch mit Artgenossen austauschen. Äußeres Anzeichen der genetischen Verarmung und Inzucht des Rotwildes sind massive Missbildungen bei den Wildtieren. Dabei ist das Rotwild nur stellvertretend für viele andere Tier- und Pflanzenarten zu nennen, deren Verbreitung durch den menschlichen Einfluss ebenso eingeschränkt wird. Durch den unkontrollierten Ausbau von PV-Freiflächenanlagen werden Wildwechsel zerschnitten und Querungshilfen über Autobahnen oder Bahntrassen, wie etwa Grünbrücken oder Wildtunnel einseitig zugebaut, sodass diese nutzlos werden.

Der Landesjagdverband begrüßt die Initiative der Regierungsfraktionen und sieht darin einen Teilerfolg auf dem Weg zur Eindämmung des „PV-Anlagen-Wildwuchses“ an Querungshilfen und auf Wildwanderkorridoren. Nach der Debatte bekräftigte die Landesjägerschaft gegenüber der Politik für Beratungen jederzeit zur Verfügung zu stehen.

 

Der Beitrag Landtag: Landesjagdverband begrüßt die Initiative zum „Umweltfreundlichen Ausbau frei­flächiger Solaranlagen“ erschien zuerst auf Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V..

Weitere Beiträge

Aus dem Landesverband

Nachweis: Erstes Goldschakalpaar in Schleswig-Holstein

(Flintbek, 15. April 2026) Erstmals ist in Schleswig-Holstein ein territoriales Goldschakalpaar nachgewiesen worden. Im Kreis Plön konnten zwei Tiere anhand ihres charakteristischen Heulens eindeutig erfasst werden. Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) bewertet diesen Nachweis als fachlich bedeutsam. Mit dem ersten bestätigten Territorium ist eine neue Tierart dauerhaft im Land angekommen.  „Der Goldschakal ist kleiner als der Wolf, scheuer als viele vermuten und für Schleswig-Holstein ist das Goldschakalpaar ein bemerkenswerter faunistischer Nachweis“, sagte LJV-Geschäftsführer Marcus Börner. „Jetzt kommt es darauf

Weiterlesen »
Aus dem Landesverband

Stellungnahme zu Netzausbau: LJV fordert frühe Rücksicht auf Wildtierkorridore

LJV fordert Naturschutzbelange in neuer ISG-Methodik verbindlich zu verankern Im Rahmen der laufenden Konsultation der Bundesnetzagentur hat der Landesjagdverband Schleswig-Holstein e. V. (LJV) eine ausführliche Stellungnahme zum Entwurf der Methode zur Ausweisung von Infrastrukturgebieten eingebracht. Der Verband unterstützt das Ziel, den Stromnetzausbau planbarer und konfliktärmer zu machen. Aus Sicht des LJV kann das aber nur gelingen, wenn Naturschutz- und Biodiversitätsbelange von Beginn an systematisch, transparent und fachlich belastbar berücksichtigt werden. Die Stellungnahme hebt insbesondere die Bedeutung der Lebensraumvernetzung und die

Weiterlesen »
Aktuelles

70km/h für weniger Wildunfälle

Seit der Sperrung er B76 zwischen Preetz und Plön kam es vermehrt zu Unfällen mit Wildkontakt auf der als Umleitung ausgeschilderten B430. Die zahlreichen Gespräche zwischen Kreisjägerschaft, Ordnungsamt und Polizei führt nun dazu, dass auf der B430 zwischen Plön und Engelau 70km/h als Höchstgeschwindigkeit gelten soll. Weitere Infos dazu finden Sie im Artikel der Kieler Nachrichten vom 14.04.2026.

Weiterlesen »